Juli 2026

PixRecorder ist zurück

Vor 25 Jahren habe ich ein kleines Programm geschrieben, mit dem jeder seine Lieblingsbilder mit seiner Lieblingsmusik interagieren lassen konnte. Jetzt ist PixRecorder zurück – als schlanke Webanwendung, die direkt im Browser läuft.

Von Markus Remscheid

Screenshot der PixRecorder-Anwendung in Aktion

Was ist PixRecorder?

Mit PixRecorder lassen sich auf einfache Weise Animationen erstellen, die auf Tonsignale reagieren. Als Audioquelle dient dabei der interne Mikrofon­eingang. Hat der Nutzer den Zugriff auf das Mikrofon erlaubt, geht es auch schon los.

Sechs Grafiken reagieren auf die Lautstärke. Eine höhere Lautstärke führt zur Vergrößerung, eine geringere zur Verkleinerung der Objekte auf dem Monitor.

Das gesamte Frequenz­spektrum – von tiefen bis hohen Signalen – ist dabei gleichmäßig in sechs Bereiche unterteilt, die jeweils durch eine eigene Grafik repräsentiert werden.

 

Die sechs Icons decken das Frequenz­spektrum von tiefen (links) bis hohen Signalen (rechts) ab.

PixRecorder-Screenshot: 6 Grafiken repräsentieren das gesamte Frequenzspektrum – von tiefen bis hohen Signalen

 

Der User kann weitere Parameter, wie etwa die Sinus­schwin­gungen auf der x- und y-Achse, beeinflussen und so die Reaktion auf die Tonsignale verändern.

Mit der Funktion „Trails“ ziehen die Grafiken Spuren auf dem Bildschirm, die von nachfolgenden Objekten wieder gelöscht werden. So entstehen rhythmische Abbilder der Musik, die zudem visuell sehr reizvoll sein können.

Damit man direkt loslegen kann, stehen drei mitgelieferte Icon-Sets zur Auswahl. Wer mehr möchte, lädt eigene Grafiken oder Typo in PixRecorder. Unterstützt werden bislang SVGs, PNGs und JPGs.

Screenshot der PixRecorder-Anwendung mit Set 1 in Aktion (shopicons)

Momentaufnahme einer PixRecorder-Session mit dem mitgelieferten Icon-Set 1. Dieses Set verwendet Icons aus unseren kostenlosen „Shopicons“.

Screenshot der PixRecorder-Anwendung mit Set 2 in Aktion (Apollo iconset)

Ein futuristischer Retro-Look lässt sich mit Icon-Set 2 erreichen – hier animiert mit dem Song „Rocket Man“ von Elton John. Dieses Set verwendet Icons aus unserem kostenlosen Apollo Iconset.

Ein Blick zurück

Die erste Version von PixRecorder entstand um das Jahr 2000, gebaut in Macromedia Director – der damaligen Autoren­umgebung für interaktive Multimedia­anwendungen. Damals arbeitete ich noch viel für die Musik­branche und suchte ein Tool, mit dem Musik ihre eigene Verpackung erzeugen kann, z. B. für die Gestaltung von CD-Covern. Da ich keine passende Software fand, entwickelte ich kurzerhand meine eigene, die Tonsignale visuell umsetzt: PixRecorder.

PixRecorder im Einsatz. Historischer Screenshot, aufgenommen 2002:

Historischer Screenshot aus dem Jahr 2002 von PixRecorder im Einsatz, inkl. Kontrollpanel

Mit der Zeit entwickelte sich die Software zu einem simplen VJ-Tool, das sich auch für den Einsatz in Bars und Clubs eignete. Mit einfachem Aufwand – Rechner und Beamer genügten – ließen sich animierte Projektionen erstellen, die direkt auf das Umfeld reagierten und sich nie wiederholten. Wurde das animierte Bildmaterial auf das Thema der Veranstaltung abgestimmt, ließ sich so schnell eine wirkungsvolle Atmosphäre schaffen.

Mit PixRecorder erzeugte Bildfolge aus dem Jahr 2002.

Bildsequenz erzeugt mit PixRecorder im Jahr 2002

PixRecorder habe ich damals als Shareware angeboten und selbst für Live-Visuals im Clubkontext eingesetzt. Macromedia Director gibt es schon lange nicht mehr, entsprechend ist auch die Applikation von damals seit vielen Jahren nicht mehr lauffähig. Es hat mich immer gereizt, die Softwareidee zurück in die Gegenwart zu holen. Jetzt ist tatsächlich die Zeit gekommen.

 

PixRecorder als VJ-Tool im Einsatz bei einer Clubnacht des D’n’B-Labels „Basswerk“ in Köln im Jahr 2002.

PixRecorder als VJ-Tool im Einsatz bei einer Clubnacht des Labels „Basswerk“ in Köln im Jahr 2002

Ausprobieren

PixRecorder gibt es hier: h2d2.de/pixrecorder

Mit einer Musikquelle in der Nähe macht das Ausprobieren am meisten Spaß. Auch auf Smartphone und Tablet funktioniert es – einmal auf „Start microphone“ tippen, den Zugriff bestätigen, und die Icons legen los.

Feedback oder Ideen für neue Features, sehr gerne an hallo@h2d2.de.