Vor 25 Jahren habe ich ein kleines Programm geschrieben, mit dem jeder seine Lieblingsbilder mit seiner Lieblingsmusik interagieren lassen konnte. Jetzt ist PixRecorder zurück – als schlanke Webanwendung, die direkt im Browser läuft.
Von Markus Remscheid
Mit PixRecorder lassen sich auf einfache Weise Animationen erstellen, die auf Tonsignale reagieren. Als Audioquelle dient dabei der interne Mikrofoneingang. Hat der Nutzer den Zugriff auf das Mikrofon erlaubt, geht es auch schon los.
Sechs Grafiken reagieren auf die Lautstärke. Eine höhere Lautstärke führt zur Vergrößerung, eine geringere zur Verkleinerung der Objekte auf dem Monitor.
Das gesamte Frequenzspektrum – von tiefen bis hohen Signalen – ist dabei gleichmäßig in sechs Bereiche unterteilt, die jeweils durch eine eigene Grafik repräsentiert werden.
Die sechs Icons decken das Frequenzspektrum von tiefen (links) bis hohen Signalen (rechts) ab.

Der User kann weitere Parameter, wie etwa die Sinusschwingungen auf der x- und y-Achse, beeinflussen und so die Reaktion auf die Tonsignale verändern.
Mit der Funktion „Trails“ ziehen die Grafiken Spuren auf dem Bildschirm, die von nachfolgenden Objekten wieder gelöscht werden. So entstehen rhythmische Abbilder der Musik, die zudem visuell sehr reizvoll sein können.
Damit man direkt loslegen kann, stehen drei mitgelieferte Icon-Sets zur Auswahl. Wer mehr möchte, lädt eigene Grafiken oder Typo in PixRecorder. Unterstützt werden bislang SVGs, PNGs und JPGs.

Momentaufnahme einer PixRecorder-Session mit dem mitgelieferten Icon-Set 1. Dieses Set verwendet Icons aus unseren kostenlosen „Shopicons“.

Ein futuristischer Retro-Look lässt sich mit Icon-Set 2 erreichen – hier animiert mit dem Song „Rocket Man“ von Elton John. Dieses Set verwendet Icons aus unserem kostenlosen Apollo Iconset.
Die erste Version von PixRecorder entstand um das Jahr 2000, gebaut in Macromedia Director – der damaligen Autorenumgebung für interaktive Multimediaanwendungen. Damals arbeitete ich noch viel für die Musikbranche und suchte ein Tool, mit dem Musik ihre eigene Verpackung erzeugen kann, z. B. für die Gestaltung von CD-Covern. Da ich keine passende Software fand, entwickelte ich kurzerhand meine eigene, die Tonsignale visuell umsetzt: PixRecorder.
PixRecorder im Einsatz. Historischer Screenshot, aufgenommen 2002:

Mit der Zeit entwickelte sich die Software zu einem simplen VJ-Tool, das sich auch für den Einsatz in Bars und Clubs eignete. Mit einfachem Aufwand – Rechner und Beamer genügten – ließen sich animierte Projektionen erstellen, die direkt auf das Umfeld reagierten und sich nie wiederholten. Wurde das animierte Bildmaterial auf das Thema der Veranstaltung abgestimmt, ließ sich so schnell eine wirkungsvolle Atmosphäre schaffen.
Mit PixRecorder erzeugte Bildfolge aus dem Jahr 2002.
PixRecorder habe ich damals als Shareware angeboten und selbst für Live-Visuals im Clubkontext eingesetzt. Macromedia Director gibt es schon lange nicht mehr, entsprechend ist auch die Applikation von damals seit vielen Jahren nicht mehr lauffähig. Es hat mich immer gereizt, die Softwareidee zurück in die Gegenwart zu holen. Jetzt ist tatsächlich die Zeit gekommen.
PixRecorder als VJ-Tool im Einsatz bei einer Clubnacht des D’n’B-Labels „Basswerk“ in Köln im Jahr 2002.

PixRecorder gibt es hier: h2d2.de/pixrecorder
Mit einer Musikquelle in der Nähe macht das Ausprobieren am meisten Spaß. Auch auf Smartphone und Tablet funktioniert es – einmal auf „Start microphone“ tippen, den Zugriff bestätigen, und die Icons legen los.
Feedback oder Ideen für neue Features, sehr gerne an hallo@h2d2.de.
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